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Nach 29 Jahren wollte ich unbedingt wieder nach Nepal zum Trekking, schon so lange hatte ich diesen Wunsch gehegt. Nachdem ich den Annapurna-Circuit 1985 auf eigene Faust und den Everest-Trek ganz alleine gemacht hatte, wollte ich auch dieses Mal wieder solo im Himalaya unterwegs sein. Bei der Planung wurde mir klar, dass sich in den vergangenen 30 Jahren vieles in Nepal verändert hatte. Dass ich die Manaslu- nicht alleine machen konnte, sondern nur in einer Gruppe von mindestens 2 Personen mit Guide, habe ich neben vielen anderen guten Inormationen hier im Netz erfahren. Einen Freund hatte ich schnell begeistert und so sind wir erwartungsvoll und gut vorbereitet zum Trekking auf die Manalsu runde und in das Tsum Valley aufgebrochen und hatten uns 3 Wochen dafür Zeit genommen. Wir haben uns, um das Trekking voll genießen zu können, einen Porterguide und eine Träger organisiert.

Die Ausstellung der Permits hat trotz Feiertag perfekt geklappt und am nächsten Morgen hat unser Guide am Hotel abgeholt und los ging es mit dem öffentlichen Bus nach Arugath. Die letzten 35km durchs Vorgebirge nach Arugath sind eine abenteuerliche Fahrt, schwache Nerven sollten besser mit einem Jeep fahren. Die Lodge am Arugath-Basar ist nicht zu empfehlen, wesentlich besser und netter ist das Manaslu Hotel direkt im Dorf.

Auch im Oktober ist es hier am Buri Gandaki noch sehr warm, so dass wir die ersten Tage gut geschwitzt haben. Aber man findet unterwegs ausreichend Wasser und auch Schatten für ein Päuschen. In den Teehäusern entlang des Weges gibt es Tee und Kaffee und auch Softdrinks, Bier uvm. . Letztere haben wir gemieden, da die Bevölkerung (und auch einige Trekker) mit dem Müll nicht umgehen können. Der Weg am engen Tal des Buri Gandaki entlang geht immer am bergauf und ab und so öffnen sich immer wieder neue, teils spekatuläre Ausblicke. Unsere Lodges waren durchweg gut und sauber und auch das Essensangebot war vielfältig. Der mehrtägige Exkurs vom Manaslu Circuit in das Tsum Valley durch ein engen Zugang entlang des Flusses bis zur fruchtbaren Ebene am Ende des Tales ist absolut lohnenswert und garantiert eine gute Akklimatisierung an die Höhe.

Zurück auf der Manaslu runde gilt es erneut Höhe zu machen. In Namrung gab es zu ersten Mal Internetzugang, so dass wir Kontakt mit daheim aufnehmen und einen Eindruck von der faszinierenden Landschaft und seinen immer fröhlichen Leuten nach Hause senden konnten.

In Loh zu übernachten und früh morgens bei Sonnenaufgang zum ersten mal den majestätischen Manaslu zu erblicken, der im weichen Morgenlicht immer noch mehr als 5000m über dir thront, entlohnt für allen Schweiß. Von nun an ist der Anblick des Manaslu unser ständiger Begleiter und in Shyala sind wir zum ersten mal komplett von schneebedeckten Bergen umringt- wow. Der schönste Flecken ist aber Samagaun mit dem Kloster auf der Hochebene und Blick über den Gletscher auf den Manaslu. Hier lohnt es sich 1 -2 Tage zu bleiben, um zum Basecamp II aufzusteigen, von wo man bei guten Wetter einen grandiosen Blick auf die umliegenden Bergspitzen hat und/oder in ein Seitental zu einem abgelegenen Kloster zu wandern. Wir hatten das Glück im Kloster Samagaun ein buddhistisches Festival, das nur alle 3 Jahre staffindet, miterleben zu dürfen – ja das ist ein Kraftort. Leider konnten wir aufgrund eines Wetterumschwunges mit heftigen Schneeeinbruch den Larkya Pass nicht überqueren, aber das hat der ganze Tour keinen Abbruch getan, da die gleiche Landschaft in Schnee getaucht völlig neue Eindrücke bietet. Auch der Weg zurück nach Arugath bot neue Blickwinkel und ohne die Aufstiege konnten wir die Szenerie noch besser genießen. Die Busfahrt von Arugath nach Gorka ist ebenso abenteurlich wie die Hinfahrt, belohnt aber mit einigen schönen letzten Ausblicken auf üppig grüne Reisterrassen auf den Manaslu – den Berg der Seele- , er hat auch die unsere Seele bleibend tief berührt.

Unsere Fotografie

Thomas Kappenberger