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Manaslu Treck Nach Dem Erdbeben (Oktober 2015)

Die erste große Reise stand für mich auf dem Plan und beginnen sollte sie in Nepal. Mit meinem Reisebegleiter plante ich vorerst den Annapurna – Trekk (der vom Erdbeben verschont wurde), entschieden uns jedoch aufgrund der vielen Touristen spontan dagegen. Demnach fiel unsere Entscheidung auf den Manaslu – Trekk, der auch landschaftlich schöner und zudem nicht so überlaufen sein soll. Der Guide war gebucht und es konnte direkt einen Tag später losgehen. Leider wurde mein Reisebegleiter krank und konnte nicht mit, sodass ich das Abenteuer allein mit dem Guide begann.

Aufgrund der spontanen Umentschiedung vergaß ich zu kontrollieren, ob Gorkha (das Gebiet, in dem der Manaslu liegt) vom Erdbeben betroffen ist. Wie ich danach erfuhr, war dort das Epizentrum. Doch das sah ich erst später. Nach einer holprigen Busfahrt, bei der man schon die ersten Auswirkungen des Erdbebens sah, erreichten wir Arughat, und darauf Soti, von wo aus wir am nächsten Tag starteten.

Die ersten beiden Tage waren recht hart: Wege wurden von Schutt und Steinen belagert, Brücken waren teils nicht begehbar oder der “Urfluss”, der uns täglich auf der Reise begleitete, verschluckte den ursprünglichen Weg. Doch nichtsdestotrotz kämpften wir uns durch die Hitze und erreichten immer unser Tagesziel – mal mit mehr, mal mit weniger Umwegen.

Diese Probleme legten sich mit der Zeit jedoch schnell. Die Wege wurden besser und die Auswirkungen des Erdbebens waren kaum mehr zu spüren. Zumindest außerhalb der Dörfer. Passierten wir eines dieser, standen wir vor zerstörten Häuser und provisorischen Blechhütten, doch die Bewohner waren schon drauf und dran alles wieder aufzubauen – für Touristen gab es demnach keine Einschränkungen, denn die Lodges waren unversehrt, Essen gab es immer reichlich, nur das Wifi fehlte, aber wer braucht das schon bei so einem Abenteuer?

Also ging es von Tag zu Tag immer besser gelaunt weiter auf die Reise zum Larke Pass. Zu meinem Glück erreichten wir diesen auch noch pünktlich zu meinem Geburtstag. So nahm der anfangs doch recht schwere Weg eine gute Wende und wurde, wie erwartet, zu einem der schönsten Dingen in meinem Leben.

Lisa Dörr